Apr

17

WienerZeitung: Die bösen Bergbauern


Die bösen Bergbauern

Von Andreas Unterberger

unterberger_boese_bergbauern„Frau sein ist zu wenig Programm.“ Wenn es um die Leitung der offenbar wichtigen – dem Autor aber leider unbekannten – „Bundesanstalt für Bergbauernfragen“ geht, ist mit harten Worten zu rechnen. Lieben doch Bergbauern kantig-konservativen Klartext. Jedoch: Dieses Zitat stammt – von den Grünen. Sind die gar dabei, ihre fanatisch-feministische Line aufzugeben? Oder sagt dort einfach jeder, was ihm einfällt? Warten wir’s ab.

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Bitte um Schluss mit steirischer Lustigkeit! Denn wenn der Alt-Eishockeyspieler Franz Voves nun schon Geiselnahmen (durch „Kleine Leute“) als „zu Recht“ bezeichnet, ist das schlimmer als ein Bodycheck. Und müsste den auf die Verfassung vereidigten Mann eigentlich auf die Strafbank bringen.

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Wenn sich die „Zeit im Bild“ kritisch und ausführlich mit Veranlagungen des Landes Niederösterreich befasst, ist das journalistisch absolut in Ordnung. Solche Berichte degenerieren aber zum plumpen Denunziations-Spiel im mörderischen Kampf um den ORF, wenn dieser kein Wort über die ebenfalls riskanten Finanztransaktionen durch Institutionen des Landes Wien verliert.

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Trotz solcher Berichte fahren die Steuerzahler übrigens langfristig besser, wenn die Bundesländer Gelder gewinnbringend anlegen, statt sie zu vergraben. Das empfiehlt übrigens auch schon die Bibel. Dennoch werden Politiker nach der Krise wohl aus lauter Angst vor dem damit unweigerlich verbundenen Risiko auf jede Veranlagung von Geld verzichten. Um nur ja nicht von Opposition oder Medien der „Spekulation“ geziehen zu werden.

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Bei allem Bekenntnis zum Risiko: Wer sich gleich zweimal hintereinander auf ähnliche Weise arg verspekuliert, muss sich arge Unfähigkeit vorhalten lassen. Dieser Vorwurf dürfte aufgrund etlicher Vorzeichen die Bawag treffen, die kommende Woche ihre Bilanz veröffentlichen muss. Dabei muss sich zeigen, ob sie ihr Geld wirklich in weit höherem Ausmaß als die gesamte Konkurrenz in toxischen Papieren angelegt hat. Also in Papieren aus den USA (von wo aus uns gerade ein ebenso eitler wie linker Ökonom namens Krugman ohne viel Sachkenntnis den Staatsbankrott prophezeit).

Printausgabe vom Freitag, 17. April 2009



One Response to “WienerZeitung: Die bösen Bergbauern”

  1. Elfriede Hochher Says:

    Frau sein als Programm ist tatsächlich zu wenig, auch wenn die aktuellen Vorkommnisse sogar Frauen in Vorsitz-Positionen dazu verleiten, unreflektiert in Frauenquoten-Jubelrufe auszubrechen.
    Selbst wenn Grüne sagen, was ihnen einfällt, wissen sie wovon sie reden. Was Herr Unterberger sagen will, bleibt sein Geheimnis. Wenn ein Autor launige Worte über eine ihm unbekannte Bundesanstalt verliert, sagt das weniger über deren – übrigens von keinem der hier vertretenen AutorInnen in Frage gestellten – Wichtigkeit aus als vielmehr über dessen journalistische Qualitäten.
    Seriöse Recherchen würden vermutlich auch in der derzeitigen Situation von Betroffenen und Zuständigen gerne unterstützt werden.

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