Apr

15

TopAgrar: Wirbel um Leitungs-Neubesetzung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen

topagrarDie von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich getroffene Entscheidung zur Neubesetzung der Leitung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen sorgt für Wirbel.

Berlakovich stellt in einer Aussendung fest, dass in einem korrekten  Ausschreibungsverfahren sich eine Bewerberin und ein Bewerber als „in hohem Ausmaß geeignet“ qualifiziert haben. Nach dem Gleichbehandlungsgesetz sei ihm von der unabhängigen Besetzungskommission die Empfehlung für die Bewerberin ausgesprochen worden. Der Landwirtschaftsminister: „Ich vertraue auf die Bewertung durch die Kommission zur Besetzung und begrüße es, dass sich im Bewerbungsverfahren eine kompetente Frau bewährt hat.“

Pirklhuber: „Vermute vorwiegend politisch motivierte Besetzung

Genau dies wird offenbar von verschiedenen Seiten angezweifelt. Besonders heftig kritisiert wird die Entscheidung von den Grünen. „Soweit wir bis jetzt in Erfahrung bringen konnten, hat die designierte Leiterin weder einschlägige Arbeiten und Erfahrungen auf nationaler und internationaler Ebene oder gar Leitungserfahrung in diesem Bereich vorzuweisen, noch hat sie sich durch ein spezifisches Wissen zur Agrar- und Regionalpolitik bisher einen Namen gemacht. Damit bleibt nur mehr die Vermutung, dass diese Besetzung vorwiegend politisch begründet ist“, so der Agrarsprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber in einer Aussendung. „Es geht uns keinesfalls darum, gegen die designierte Leitung Stimmung zu machen, aber wir verlangen Objektivität und die gesamte Offenlegung der Entscheidungskriterien. Fairness heißt, dass die BewerberInnen nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten beurteilt werden und im vorliegenden Fall ist das Ungleichgewicht bei der wissenschaftlichen Qualifikation sehr groß“.

Harsche Kritik kommt auch von FPÖ-Landwirtschaftsprecher Harald Jannach in einer Aussendung: „Eine anerkannte ehemalige Führungspersönlichkeit, wie Josef Krammer, wurde gegen eine im agrarwissenschaftlichen Bereich äußerst unerfahrene Dame ersetzt, welche die wahren Probleme der österreichischen Bergbauern wahrscheinlich nur aus Erzählungen kennt.“ Jannach verlangt in der Aussendung eine Neuausschreibung der Leitungsfunktion.

„Halte nichts von einer Neuausschreibung“

„Dass nun gerade von den Grünen gegen die designierte Leiterin Stimmung gemacht wird, finde ich mehr als verwunderlich“, so Berlakovich in seiner Aussendung als Antwort auf die Vorwürfe Pirklhubers. „Diese Kritik stellt keineswegs auf die Qualifikationen ab, ist unfair der designierten Leiterin gegenüber und entschieden abzulehnen. Ich halte auch nichts von einer Neuausschreibung, da qualifizierte BewerberInnen vorhanden waren, die von einer unabhängigen Kommission bewertet wurden. Ich wundere mich, dass gerade bei der Bestellung einer qualifizierten Frau den Grünen die Objektivität abhanden kommt“, so der Minister.

Gaßner: „Nachbesetzung nochmals überdenken“

Auch vom Koalitionspartner kommt jetzt in Person des SPÖ-Landwirtschaftssprechers Kurt Gaßner der Vorschlag, dass „die Entscheidung über die Nachbesetzung der Leitung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen nochmals überdacht wird“. Gaßner forderte eine Prüfung durch eine unabhängige ExpertInnenkommission. „Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen genießt aufgrund der fundierten Analysen und Forschungsarbeiten im Agrarbereich auf nationaler und internationaler Ebene einen exzellenten Ruf, dieser darf durch die inakzeptable neue Leitung nicht gefährdet werden“, so der SPÖ-Landwirtschaftssprecher in einer Aussendung.


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