Mai

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Niessler: Neubesetzung der Leitungsfunktion an der BABF

Habe endlich Zeit gefunden mir diese Sache mit der Neubesetzung der Leitungsfunktion an der BABF n├Ąher anzuschauen.

Als fr├╝herer Mitarbeiter der Bundesanstalt wei├č ich nat├╝rlich was hier auf dem Spiel steht. Ich bin ein Beobachter aus der Distanz und es steht mir nicht zu ├╝ber die fachliche Kompetenz┬á und Managementqualit├Ąt der vorgeschlagenen┬á Person des neuen Leiters zu urteilen. Ich kenne jedoch Thomas Dax als fr├╝heren Kollegen und wei├č, dass der exzellente Ruf den die Bundesanstalt in der internationalen Fachwelt genie├čt, zum gro├čen Teil auf seine pers├Ânlichen F├Ąhigkeiten zur├╝ckgeht. Auch hat es Thomas Dax wie kein zweiter geschafft, das kreative Potential des Teams optimal in Wert zu setzen. Die Bundesanstalt ist heute der wichtigste Kooperationspartner ├ľsterreichs in EU-weiten Forschungsprogrammen zu Themen der l├Ąndlichen Entwicklung.

Aus Managementsicht erscheint der derzeitige Vorschlag f├╝r die Neubesetzung der Leitungsfunktion eine eklatante Fehlentscheidung zu sein.┬á Man riskiert damit nicht nur, den exzellenten internationalen Ruf dieser Forschungseinrichtung zu zerst├Âren, sondern letztlich die Bundesanstalt selbst.

Es ist offensichtlich, dass ein neuer Leiter, der das komplette Team gegen sich hat, mit gro├čer Wahrscheinlichkeit scheitern wird. Jeder Versuch, sich in so einer Situation durchzubei├čen, w├╝rde aber nichts anderes als totale Zerr├╝ttung bringen. Ein Institut das sein kreatives Potential in internen Auseinandersetzungen verschlei├čt, w├╝rde den Bach runter gehen. In der Folge h├Ątte man dann sicherlich genug Argumente, ein seit jeher unbequemes Institut in desolatem Zustand letztendlich zu liquidieren – zumindest als eigenst├Ąndige Einheit.

Der Verdacht dass dieses Man├Âver um die Leitungsfunktion nur ein Intermezzo ist, l├Ąsst sich┬á nicht von der Hand weisen.

Aus der Besorgnis, dass ├ľsterreich riskiert eine seiner besten Agrarforschungseinrichtungen zu verlieren, kann ich all jene unterst├╝tzen, die vehement verlangen, dass die Entscheidung nochmals ├╝berpr├╝ft werden soll.

Was ich in dieser Sache auch absolut nicht akzeptabel finde ist die pers├Ânliche Behandlung von Thomas Dax. Offensichtlich hat man objektive fachliche Kompetenz und Managementqualit├Ąten als zweitrangig erachtet. Doch dar├╝ber hinaus ist bekannt, dass Thomas Dax als integere und politisch unabh├Ąngige Pers├Ânlichkeit mit jedem Minister, welch immer Couleur, effizient zusammenarbeiten kann. Wie man hier mit Thomas Dax verfahren hat bedarf einer scharfen Korrektur.

Als ehemaliger Mitarbeiter der Bundesanstalt w├╝nsche ich mir nat├╝rlich, dass diese Anstalt auch weiterhin national und international Spitzenforschung liefern kann. Daf├╝r bedarf es eines motivierten Teams das ungest├Ârt arbeiten kann. ├ľsterreich w├Ąre schlecht beraten, sich solcher Ressourcen zu berauben.

Rudolf Niessler


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