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Krammer: Bestellung der Leiterin der BA für Bergbauernfragen – 3. Offener Brief

Dr. Josef Krammer                                                                       Osterwitz, am 27.5.2009

Osterwitz 45

A-8530 Deutschlandsberg

Betr.: Bestellung der Leiterin der BA für Bergbauernfragen – 3. Offener Brief


Herrn

Bundesminister

Dipl. Ing. Nikolaus Berlakovich

BMLFUW

Stubenring 1

A-1010 Wien


Sehr geehrter Herr Bundesminister Dipl. Ing. Berlakovich!

p1020603-eSie haben heute die Leiterin der Bundesanstalt für Bergbauernfragen trotz zahlreicher begründeter Proteste, Einwände und Ersuchen bestellt. Mehr als 20 Professorinnen und Professoren der Universitäten Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck und Budapest, sowie der Universität für Bodenkultur und zahlreiche weitere Wissenschafterinnen und Wissenschafter, Künstler und Künstlerinnen, Politikerinnen und Politiker von sehr verschiedenen politischen Parteien (auch aus Ihrer eigenen Partei), hohe EU-Verwaltungsbeamte sowie Bäuerinnen und Bauern haben Sie ersucht, das Auswahlverfahren überprüfen zu lassen, da der Unterschied in der Qualifikation der Bewerberin und des Bewerbers für jedermann und jedefrau einfach zu groß war.

Ich kenne nicht die Gründe, warum Sie diesem Ersuchen nicht nachgekommen sind. Es wäre  Ihnen sicher nicht als Schwäche sondern als Stärke ausgelegt worden. Somit haben Sie heute, aus meiner Sicht, an der eklatanten Fehlbeurteilung der Begutachtungskommission, die ganz offensichtlich nicht qualifiziert genug war, um die Auswahl einer/eines wissenschaftlichen Leiterin/Leiters beurteilen zu können, festgehalten und Sie tragen somit für diese Bestellung der Leitung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen die alleinige Verantwortung.

Sie haben mit dieser Entscheidung nicht nur einen hoch motivierten, engagierten, loyalen und überaus erfolgreichen Wissenschafter, der wesentlich zur großen Reputation und zum wirtschaftlichen Erfolg der BA für Bergbauernfragen beigetragen hat, demotiviert und, ich sage es bewusst, auch wenn sie nochmals gegen mich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen bzw. einreichen lassen, gedemütigt und seinen enormen Einsatz für die Bundesanstalt verhöhnt. Herrn Dipl. Ing. Thomas Dax ist es nämlich in nur eineinhalb Jahren seiner interimistischen Leitung der Bundesanstalt gelungen, die Rücklagen von 500.000.- €, zum Zeitpunkt meiner Pensionierung, auf 750.000.- €, bei jährlichen Gesamtausgaben der BA für Bergbauernfragen von rund 900.000.- €, vor allem durch EU-Forschungsauftragsprojekte, zu erhöhen. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise auf die  Motivation solcher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu verzichten, ist politisch sträflich. Es ist durchaus möglich, dass Ihre heutige Bestellung der Leitung der BA für Bergbauernfragen in einigen Jahren ein Fall für den Rechnungshof wird.

Hätten sie doch Zeit gefunden, einen kurzen Blick in die über 30 wissenschaftlichen Publikationen von Thomas Dax zu werfen, hätten sie diese Entscheidung nicht treffen können. So kann ich Ihnen jetzt sehr empfehlen doch kurz in die einzige wissenschaftliche Publikation der bestellten Leiterin, die sie alleine gemacht hat, nämlich ihre Diplomarbeit, zu schauen. Herr Bundesminister, glauben Sie mir, es lohnt sich!

Ich werde mich aus den zukünftig inneren Belangen der Bundesanstalt für Bergbauernfragen strikt heraushalten, denn meine ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit der neuen Leitung leben und arbeiten.

Ich bringe Ihnen und Ihrer Ministerfunktion immer noch mehr Wertschätzung entgegen, als Sie mit dieser Bestellung Herrn Dipl. Ing. Thomas Dax und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BA für Bergbauernfragen und somit auch den Bergbäuerinnen und Bergbauern entgegen gebracht haben.


Dr. Josef Krammer


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