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Krammer: 2. offener Brief an BM Berlakovich

krammer_ministerbrief2Sie haben zur Nachbesetzung der Leitungsfunktion der Bundesanstalt f√ľr Bergbauernfragen mehrfach Stellung genommen. In allen ihren Stellungnahmen betonen sie, dass sie keine andere Wahl hatten, als der Empfehlung der Begutachtungskommission zu folgen.

Aus meiner Sicht ist die Empfehlung der Begutachtungskommission ein ‚Äěoffensichtlicher Irrtum“.

Wie kam es zu diesem Irrtum?

Meines¬† Erachtens ist der Irrtum dadurch entstanden, weil die Mitglieder der Kommission nicht qualifiziert genug sind, um die Auswahl einer/eines wissenschaftlichen Leiterin/Leiters beurteilen zu k√∂nnen. Es befand sich in der Kommission keine¬† Wissenschafterin bzw. kein Wissenschafter. Daher kam es zu so einer eklatanten Fehlbeurteilung bzw. zu diesem ‚Äěoffensichtlichen Irrtum“.

Herr Bundesminister, setzen Sie eine unabh√§ngige ExpertInnenkommission mit mindestens zwei Universit√§tsprofessorInnen ein, die die beiden Bewerbungen pr√ľfen und entscheiden Sie auf Grund des Ergebnisses dieser Kommission.

Sie begr√ľnden Ihre Entscheidung mit der umstrittenen, nicht nachvollziehbaren Empfehlung der Begutachtungskommission. Herr Bundesminister, bringen Sie Transparenz in dieses Verfahren und legen Sie die Bewerbungsunterlagen (nach Zustimmung der Bewerberin und des Bewerbers), den Begutachtungsvorgang und die Begr√ľndung der Begutachtungskommision offen. Wer oder was kann Sie davon abhalten dies zu tun? Ich bin fest davon √ľberzeugt, dass Sie damit nur gewinnen k√∂nnen.

Nach meinem Wissen wurde dem Bewerber Herrn Dipl. Ing. Dax Ihre Entscheidung, durch das Pr√§sidium noch immer nicht mitgeteilt. Es kann dadurch der Eindruck entstehen, das Pr√§sidium ihres Ressorts hat etwas zu verbergen oder Dip.Ing Dax soll daran gehindert werden, fr√ľhzeitig bzw. rechtzeitig Einblick in den Bewertungsvorgang zu nehmen, um dagegen berufen zu k√∂nnen.

Das Pr√§sidium ihres Ressorts hat auf meinen ersten offenen Brief ungew√∂hnlich scharf, mit Androhung der Einleitung eines Strafverfahrens bei der zust√§ndigen Staatsanwaltschaft, reagiert. Ich habe diese Drohung ernst genommen und ich habe drei Universit√§tsprofessoren um ihre Meinung zur gegenst√§ndlichen Pr√§sidialmitteilung befragt. Alle drei sehen √ľbereinstimmend keinen Ansatz f√ľr eine strafrechtliche Relevanz meiner Aussagen. Ein namhafter Universit√§tsprofessor schrieb mir: ‚ÄěIch kann keinerlei Ansatz f√ľr eine strafrechtliche Relevanz der Aussagen in Deinem Brief sehen – Deine Aussagen sind begr√ľndet. Wenn jemand mit einem Verfahren √ľberzogen w√ľrde, der eine Einsch√§tzung √ľber die Inkompetenz einer Person f√ľr einen bestimmten Posten abgibt, die zudem noch klar begr√ľndet ist, dann k√∂nnten die Unis gleich zugesperrt werden. Diesen Hinweis in der Mitteilung der Pr√§sidialsektion interpretiere ich als einen blo√üen Einsch√ľchterungsversuch, der nicht von St√§rke dieser Institution zeugt und m√∂glicherweise interne Probleme spiegelt“.

Herr Bundesminister stoppen Sie die offensichtlichen Einsch√ľchterungsversuche (Pr√§sidialmitteilung vom15.4.) der Bediensteten in ihrem Ministerium und schaffen Sie wieder ein angstfreies Klima, das durch Vertrauen und gegenseitige Achtung gekennzeichnet ist.

Ich w√ľnsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe
mit besten Gr√ľ√üen

Josef Krammer


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