Apr

27

Fatzi, Die Grünen: Offener Brief an BM Berlakovich

fatzi_bm_briefSehr geehrter Herr Bundesminister Berlakovich!

Als Referentin im Grünen Parlamentsklub für den Bereich Landwirtschaft habe ich bereits einige Landwirtschaftsminister erlebt: BM Fischler, BM Molterer, BM Pröll und jetzt auch Sie. Aus dem grünen Lager ist zwar oft Kritik an der ÖVP-Agrarpolitik gekommen. Persönlich ist es mir nie schwer gefallen, auch die Qualitäten der ÖVP-Bundesminister zu erkennen und zu schätzen. An Ihrem Vorgänger BM Pröll habe ich z.B. geschätzt, dass er den Anschlag seines Vorgängers BM Molterer auf die Bundesanstalt für Bergbauernfragen, diese auszugliedern und willkürlich mit anderen zusammenzulegen, abgewehrt und damit der Bundesanstalt die Chance gegeben hat, in allseits bekannter Qualität weiter zu arbeiten. Offenbar war BM Pröll stark genug, um sich ein unabhängiges Institut „leisten zu können“.

Bei der Nachfolge von Dr. Josef Krammer konnte inzwischen Dr. Thomas Dax als interimistischer Leiter seine Fähigkeiten und Kenntnisse unter Beweis stellen. Er genießt damit die Anerkennung der gesamten Belegschaft. Es ist richtig, dass wir seit Jahren Frauen in Führungspositionen reklamieren. Hätte sich eine Frau mit gleichwertiger Qualifikation beworben, wäre das zweifelsfrei anerkannt worden. So aber war es nicht. Betrachtet man die Publikationsliste der beiden Bewerberinnen, dann ist evident, dass hier „geschoben“ wurde. Und zwar von der Bewertungskommission. Entweder hat diese aus Unfähigkeit diese Fehlentscheidung getroffen, dann müsste die Bewertung einer fähigeren Kommission überlassen werden. Oder sie hat diese Empfehlung aus parteipolitischer Motivation abgegeben. Dann ist das gesetzeswidrig und erst recht zu überprüfen.

Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sie sind am Beginn Ihrer Karriere als Landwirtschafts-und Umweltminister. Starten Sie nicht mit einer derartigen Unrechtsentscheidung! Ich ersuche Sie, Thomas Dax die Chance zu geben, dieses renommierte und anerkannte Institut zu leiten und seine sowie die Fähigkeiten der gesamten Mann/Frauschaft unter Beweis zu stellen. Sie werden die Expertise dieses Institutes noch bitter nötig haben, wenn in den nächsten Jahren der Finanzrahmen für den EU-Haushalt festgelegt wird und Sie Förderungen für unsere Bergbäuerinnen und Bauern einfordern und absichern müssen!

Ich ersuche Sie daher, im Interesse der Bergbäuerinnen und -bauern diese Entscheidung von einer unabhängigen Kommission überprüfen zu lassen.

Katharina Fatzi

fatzi_bm_brief


Leave a Reply