Apr

15

Bergbauernforscher

Bergbauernforscher packt Landwirtschaftsminister bei den Hörnern

Protest vor dem Landwirtschaftsministerium gegen skandalöse Bestellungspolitik

BergbauernforscherDie Bundesanstalt fĂĽr Bergbauernfragen (BABF) wurde vor ĂĽber 30 Jahren von Bruno Kreisky gegrĂĽndet und hat seitdem als kritische wissenschaftliche Forschungseinrichtung im In- und Ausland einen hervorragenden Ruf.
Zur neuen Leiterin der Bundesanstalt für Bergbauernfragen hat das Landwirtschaftsministerium eine Person bestellt, die fachlich nicht qualifiziert zu sein scheint. Die ÖBV-Via Campesina Austria ist der Bundesanstalt für Bergbauernfragen schon lange inhaltlich und kollegial verbunden und schätzt die Arbeit und insbesondere die Analysen der BABF. Durch die unerklärliche Personalentscheidung des Bundesministers Nikolaus Berlakovich sind der Ruf und die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Bundesanstalt für Bergbauernfragen gefährdet. Die Vermutung liegt nahe, dass politische und nicht fachliche Argumente für die Bestellung der neuen Leiterin ausschlaggebend waren. Soll die Bundesanstalt durch eine agrarpolitisch ziemlich unbedarfte Person geschwächt und dadurch gefügig gemacht werden?

Auch wenn es prinzipiell begrüßenswert ist, dass eine Frau eine Leitungsfunktion in der Agrarbürokratie übernehmen soll, protestiert die ÖBV- Via Campesina Austria auf das Schärfste gegen diese Personalentscheidung des Landwirtschaftsministeriums.

Einer Frau den Vorzug zu geben, die fachlich nicht qualifiziert zu sein scheint, ist eine Verhöhnung der berechtigten Anliegen der Frauen in unserer Gesellschaft. Denn, wie schon Johanna Dohnal sagte: „Frau sein allein ist kein Programm“. Wir werden jegliche BemĂĽhungen um eine Neubewertung der Qualifikationen der BewerberInnen unterstĂĽtzen und erklären uns mit der Bundesanstalt fĂĽr Bergbauernfragen solidarisch.

Deshalb verteilten Mitarbeiterinnen der ÖBV am Mittwochmorgen gemeinsam mit dem langjährigen Bergbauernforscher und jetzt praktizierenden Bergbauern Dr. Josef Krammer einen offenen Protestbrief an Landwirtschaftsminister Berlakovich vor dem Ministerium am Wiener Stubenring.

Krammer, der ehemalige Leiter der BABF machte seinem Ă„rger Luft: „Minister Berlakovich versucht mit seiner aktuellen Personalpolitik die Bundesanstalt fĂĽr Bergbauernfragen, die von Dr. Bruno Kreisky 1978 gegrĂĽndet wurde, zu zerstören! Bruno Kreisky hat damals qualifizierte Personen in viele Bereiche geholt, um die Modernisierung Ă–sterreichs einzuleiten. Vor diesem Hintergrund hat Kreisky auch die Bundesanstalt fĂĽr Bergbauernfragen (BABF) gegrĂĽndet und damit eine inzwischen national und international renommierte Forschungsinstitution geschaffen, die zum Wohl der Bergbauern und Bergbäuerinnen arbeiten konnte. Jetzt will Minister Berlakovich eine nicht fĂĽr dieses Fachgebiet qualifizierte Person, die kaum agrar- und regionalpolitisches Wissen vorweisen kann, als Leitung der BABF einsetzen. Er könnte dadurch dafĂĽr mitverantwortlich sein, wenn die von mir aufgebaute Bundesanstalt in den Ruin gefĂĽhrt wird. Dies ist eine gravierende Fehlentscheidung der AgrarbĂĽrokratie. Ich lasse das nicht zu!“, so Dr. Josef Krammer.

Demnach könnte der Landwirtschaftsminister, wenn er diese eklatante Fehlentscheidung seiner BĂĽrokraten nicht rĂĽckgängig macht, noch seine bergbäuerlichen Wunder erleben, denn „meine Weggefährtinnen und Weggefährten und ich werden mit UnterstĂĽtzung der kritischen Ă–ffentlichkeit emsig daran arbeiten, dass Berlakovich seine Entscheidung revidiert und eine kompetente Leitung bestellt. Die von mir und meinem Stellvertreter Thomas Dax eingeleitete Entwicklung der Bundesanstalt fĂĽr Bergbauernfragen zum Europäischen Zentrum fĂĽr Berggebietsforschung muss fortgesetzt werden!“


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